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Die Jubiläumsfeier
der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung (BKV) war ein Fest
der Superlative: 10.000 Teilnehmer aus annähernd 1000 deutschen und
österreichischen Vereinen gaben der „Jubilarin“ die Ehre, selten sah man
solch farbenprächtige Uniformen in der Wallfahrerstadt, im Festzelt
erreichten Temperaturen wie Stimmung Rekordniveau.
Vor 50 Jahren war in
der Altötting im Rahmen der 10. Kriegerwallfahrt mit 30.000 Teilnehmern
die Entscheidung getroffen worden, einen bayerischen Dachverband zu
gründen: die BKV. Grund genug, das Jubiläum auch wieder in Altötting zu
feiern.
Seinen offiziellen
Anfang nahm das Festwochenende am Samstag mit dem Totengedenken am
Altöttinger Kriegerdenkmal. Kapelladministrator Msgr. Alois Furtner
sagte, sein Bruder sei im 2. Weltkrieg gefallen. Kameraden hätten seiner
Familie nach dem Krieg ein Bild des Bruders, eingebettet in einem
kleinen Kreuz, übergeben. Die Erinnerung an die Toten gelte es aufrecht
zu erhalten, die Mahnung vor Gewalt sei eine allgemeine Aufgabe.
BKV-Präsident Hans Schiener sagte, Vergessen und Verdrängen der Untaten
des 2. Weltkrieges sei falsch; der Krieg muß geächtet werden. „Krieg es
kein Mittel zur Politik. Wir müssen der Geschichte ins Auge sehen. Nur
so können wir für die Zukunft lernen, richtig mit Konflikten umzugehen
und die Menschrechte zu achten“. Im Anschluß an die Totenehrung zogen
die Abordnungen zum Festzelt, wo ein zwangloser Festabend gefeiert
wurde.
Nach dem Empfang der
Gastvereine und Ehrengäste am Dultplatz setzte sich am Sonntag der
schier nicht enden wollende Festzug mit 18 Musikkapellen und rund 10.000
Teilnehmern in Bewegung zur Basilika. In seiner Festpredigt sagte
Stadtpfarrer Günther Mandl, die Gefahren und Turbulenzen des Lebens
machtem dem keine Angst, der die Botschaft von Jesus Christus verstanden
hat. Die BKV habe immer den Schulterschluß mit der Kirche gesucht.
Dieser Verband habe Ansehen und sei anerkannt. Mandl appellierte: „Mögt
Ihr weiter im Glauben an Gott die Werte des Menschen verteidigen.“
Dr. Klaus Reinhardt,
Viersterne-General a.D. und Schirmherr der Jubiläumsfeier sagte, die BKV
sei eine verlässliche Dienerin der Bundesrepublik. Er lobte die
Mitglieder der Kameraden- und Reservistenvereinigungen als Garanten des
Friedens, warnte aber gleichzeitig vor den Gefahren durch Terror,
religiöse und ethnische Auseinandersetzung, in die auch Soldaten der
Bundeswehr bei ihren Auslandseinätzen eingreifen müssten: „Wir müssen
das Feuer austreten, wo es brennt, damit es sich nicht bis zu uns
ausbreitet.“
Ludwig Bieringer,
Präsident des Österreichischen Kameradschaftsbundes, lobte die
Solidarität und das soziale Verantwortungsgefühl der BKV und überreichte
an Präsident Hans Schiener das österreichische Bundesehrenzeichen für
internationale Beziehungen. Generalmajor a.D. Ekkehard Richter.
Vorsitzender Beirat Freiwillige Reservistenarbeit, Bonn, sagte, schon
das Leitmotto der BKV „In Treue fest, für Gott, Heimat und Vaterland“
sei bezeichnend für deren Selbstverständnis. Ehrenschirmherr
Bürgermeister Herbert Hofauer machten keinen Hehl aus seiner Freude; daß
sich die Deutschen jetzt – vor allem auch im Kontext mit der Fußball-WM
– wieder sichtbar zu ihrer Nation bekennen; die BKV tue dies schon seit
Jahrzehnten.
Bei den Neuwahlen an
der BKV-Spitze gab es keine Veränderungen: Vorsitzender Hans Schiener,
(Plößberg, Oberpfalz), Stellvertreter Horst Tresch (Niederschönenfeld,
Schwaben), Josef Prosch (Strullendorf, Oberfranken) und Hans Fuchs
(Freyung, Niederbayern). |